Mineralien-INFO und Kristalltage in 2005 Bramberg
31.3. 2006 - 2. 4. 2006

Kristalltage und Mineralien-INFO 2006

Ein Rückblick

Die mittlerweile etablierten Veranstaltungen unseres Vereines waren ein mineralogischer Genuss. Die Besucherzahlen (etwa 1500) zeigen, dass die Veranstaltungen akzeptiert und sowohl von einheimischen Sammlern, als auch von den weit angereisten mit Interesse verfolgt werden.

Die Vorträge bei den Kristalltagen waren – so der allgemeine Tenor– von guter Qualität. Der Extremstrahler Bruno Müller ermöglichte uns einen tollen Einblick in die Steinsucherszene der Schweiz mit sehr lustigen Kommentaren und allen wurde klar, dass es auch dort gar nicht so einfach ist Klüfte zu öffnen. Überaus gelungen und ein wirklich gutes Zeitdokument stellt der Film über die jüngsten Arbeiten in der Knappenwand dar, den Hannes und Gerhard Hofer in Zusammenarbeit mit Hannes Kirchberger hergestellt haben. Beeindruckend war der Südtirolvortrag von Dr. Volkmar Mair. Hier ergaben die ausgezeichneten Fotos, die Sprache, das Hintergrundwissen und der eingestreute Humor ein geniales Ganzes. Gut dokumentiert wurden die Mineralienvorkommen in Minas Gerais (Brasilien) von Guido Steger, einem wirklichen Kenner dieses Landes. Wie immer brilliant und gekonnt sind Vorträge von Dr. Gerhard Niedermayr. Sein umfassendes Wissen über Zusammenhänge in der Mineralogie ist wirklich erstaunlich.

Unser Versuch, mit neuer Technik (Mikroskop- Kamera – Beamer – Großleinwand) die Mikromounts einer heimischen Region zu erklären, lässt sich sicherlich noch verbessern. Ein Aspekt war aber auch, Pioniere auf diesem Gebiet (Steiner Alois, Dr. Gerhard Niedermayr, Roland Winkler, Albert Strasser) dem Publikum vorzustellen.

Der Vortrag über das Extremklettern war ebenfalls ein Versuch. Herbert Ranggetiner zeigte einen erstklassigen Film über eine Erstbegehung von Weltrang. Leider kamen relativ wenige Besucher.

Die Mineralien-INFO war trotz der schlechten Witterung des vergangenen Sommers eine Augenweide, was die ausgestellten Mineralien betrifft. Die Sondervitrinen, die zum ersten Mal auf der Bühne platziert waren, kamen hier besonders gut zur Geltung. Die Neufunde aus dem Zillertal üben immer wieder einen besonderen Reiz aus. Junge Steinsucher (Daniel Breuer, Klaus Schwarzenbacher, Reinhard Innerhofer und Josef Breuer) stellten herrliche Amethyste aus, Kurt Nowak zeigte ausgezeichnete Apatite aus seinem Großfund und die Brüder Hannes und Gerhard Hofer sowie Familie Watzl beeindruckten durch wunderschöne Eisenrosen. In der mittleren Vitrine gab es Coelestine aus Leogang zu bestaunen, die von den Brüdern Hermann, Helmut und Erwin Zinkl ausgestellt wurden. Dazu kam noch ein großer Rauriser Bergkristallfund von Klaus Pirchner. Unsere Freunde aus Südtirol – Toni Weissteiner, Rudl  Innerbichler und Johann Stecher brachten eine Auswahl von klassischen Mineralienstufen aus der südlichen Nachbarschaft. Da waren die zigarrendicken Rutile neben den Danburiten und Milariten und auch den großen Apatitstufen zu sehen.

Neu war heuer auch die Ausstellung von Berg, – Landschafts, – und Mineralienbildern. Beeindruckende Bilder stellten Lugg Rasser, Erwin Zinkl und Christian Hager zur Verfügung – vielen Dank!

Die Neufunde aus dem Land Salzburg waren aber genauso attraktiv – Dr. Olivier Roth aus Zürich hat sie fotografiert und die Bilder für uns zur Verfügung gestellt. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich.

Diesmal gelang es den Veranstaltern, Landesrat Doraja Eberle – sie ist in der Landesregierung für den Nationalpark zuständig – als Gastrednerin zu begrüßen. Sie versicherte den Steinsuchern, dass die Internationale Anerkennung des Nationalparks in Bezug auf das Steinsuchen keine Veränderung bringen wird. Sie sagte: „...Es war mir sofort klar, welch wichtigen und wertvollen Teil ihr (die Steinsucher) in der Gesamtheit des Nationalparks darstellt – und das muss auch so bleiben!“ Auch der neue Nationalparkdirektor DI Wolfgang Urban stellte sich vor und anerkannte das Wirken der Steinsucher. In einer kurzen Würdigung verabschiedete Bundesobmann Gerhard Fischer den bisherigen Nationalparkdirektor Hofrat DI Harald Kremser als einen Mann mit Handschlagqualität. Landesobmann Erwin Burgsteiner forderte in seiner Rede, dass die Steinsucher als gleichwertige Partner gesehen werden. Seine Vision ist eine große Anstrengung des Landes für eine entsprechende Darstellung der Mineralogie. Walter Freiberger, der Bürgermeister von Bramberg, bekräftigte, dass die heimischen Steinsucher bei der Gestaltung des NP- Zentrums eine Rolle spielen.

Insgesamt bemerkte man eine gute, freundliche Stimmung während der drei Tage. Kleine technische Pannen stellten kein wirkliches Problem dar und konnten meist rasch gelöst werden.

Vielen Helfern und Mitorganisatoren sei an dieser Stelle herzlichst gedankt. Selbst auf die Gefahr hin, dass jemand nicht genannt wird, möchte ich Namen anführen:

Erich Mosser und Gerhard Fischer für viel Organisationsarbeit, den Traunsteiner und Salzburger Mikrospezialisten, Sepp Papp für viele gute Tipps, Axel Mosser und Siegfried Bräuer für die finanzielle Abwicklung, Dr. Olivier Roth und Kurt Scheiterbauer für die Internetbetreuung, dem Aufbau – und Abbautrupp (zu viele, um namentlich anzuführen), Waltraud Voithofer für die Unterstützung, den Wirtsleuten Toni und Trude Voithofer, Hannes Kirchberger für die filmische Dokumentation und die technische Hilfe, den Damen im Tourismusbüro, Hermann Zinkl für die tischlerische Arbeit und den Sponsoren

Wir freuen uns über jede Art der Mithilfe, über neue Ideen, über konstruktive Kritik und Rückmeldungen  und sehen mit Spannung den nächsten Kristalltagen und der nächsten Mineralien-INFO entgegen. (23. 24. 25. März 2007).

Wir wünschen eine unfallfreie Sammlersaison, tolle Funde und ein herzliches „Glück auf“.

 

Kristalltage und Info-2006
exklusiv für uns bereitgestellt von Dr. Olivier Roth

Erwin Burgsteiner