Kristalle im Gasteiner Tal - Stephan Weghofer, Bad Gastein

 

Ende 2007 führte mich eine meiner letzten Sammlertouren in einen Seitengraben des Gasteinertales. Ich wusste, dass sich die fündige Zone nur auf ein kleines Gebiet beschränkt, dennoch wollte ich einmal dort mein Glück versuchen.

Nach nicht langem, aber relativ steilem Aufstieg, kam ich über einen Wildwechsel in den ausgesetzten Graben. Unter einem kleinen Felsabsatz, der aus dem Waldboden schaute, fiel mir ein kleiner chloritisierter Brocken auf. Kluftanzeichen fand ich aber keine. Der Stein musste aber heruntergefallen sein.

Deshalb versuchte ich, irgendwelche Anzeichen über sein Herkommen zu finden. Durch einen Zufall gelang es mir. Als ich nämlich etwa 10 Meter oberhalb dieser Stelle den Hang querte und mich mit der Hand im steilen Gelände abstützte, spürte ich durch die Fichtennadeln hindurch eine glatte Fläche. Was für ein Zufall, beinahe wäre ich daran vorbei gegangen! Mit den Händen beseitigte ich die ersten Nadeln und hielt tatsächlich einen 10 cm langen chloritisierten, leider nicht perfekten Bergkristall in meinen Händen.

Nach und nach kamen immer mehr Quarze zum Vorschein; die meisten waren aber ohne Spitze und stark chloritisiert. Man konnte an den Bruchstellen eine gute Qualität der Kristalle, die noch kommen könnten, erahnen. Und wie ich es mir erhofft hatte, kamen noch einige unversehrte Kristalle an diesem Tag zum Vorschein. Wenige Tage später schneite es und ich musste die weitere Suche auf dieses Jahr verschieben.

Anfang März 08 stieg ich mit Bauer Franz an einem wunderschönen Sonntag bei frühlingshaften Temperaturen zur Fundstelle auf.

Es dauerte lange, bis wir die Fundstelle erreichten, denn unsere Kondition war über die Wintermonate etwas schwächer worden. Wir begutachteten die Stelle genauer und versuchten den Waldboden bergwärts aufzugraben. Es war schon komplett schneefrei und auch der Boden war nicht mehr gefroren. Immer wieder kamen Quarzscherben zu Tage. Schließlich glaubten wir den Klufteingang gefunden zu haben, denn Chlorit und Quarze häuften sich. Lockeres, richtig ausgelaugtes, klüftiges Material mit etwas Hämatit konnte leicht entfernt werden. Etwa 3 Meter oberhalb der Stelle, wo ich angefangen hatte, führte die Kluft hinein. In etwa 2 Meter Tiefe zeigte sich an der linken Kluftwand Lehm. Ein gutes Anzeichen - hofften wir zumindest. Franz hatte ich zuvor noch nie so arbeiteten gesehen. Unsere Erwartungen stiegen, als wir schließlich einen richtigen Chloritsack öffneten.

Auf einmal hielt mir Franz einen schönen Bergkristall aus dem Loch entgegen. Während ich die ersten Kristallflächen vom gröbsten Dreck säuberte, reichte mir Franz auch den zweiten Teil des Kristalls, denn er war im Laufe der Jahre zerbrochen. Trotz der guten Anzeichen konnten wir nur noch einen einzigen weiteren Kristall finden.

Außer einem leider zerbrochenen großen Kristall und wenigen kleineren, dafür aber sehr schönen Kristallen, konnten wir noch einige Skelettquarze bergen.

  Auf diesem Wege wünsche ich Euch ein erfolgreiches Jahr 2008.

Um die Bilder anzusehen, klicken Sie einfach auf den Pfeil:

Stephan Weghofer